Mindestens drei Tage sollten Essen und Wasser zu Hause vorhanden sein
Mindestens drei Tage sollten Essen und Wasser zu Hause vorhanden sein. Wenn mehr Menschen sich selbst helfen können, lässt sich die Hilfe auf diejenigen konzentrieren, die sie wirklich brauchen,
erklärte Japans Katastrophenschutzminister Goshi Hosono in einer TV-Sendung.
Nur wenige Stunden nach Warnungen aus Großbritannien hat auch die Regierung in Tokio die Bürger zur Beschaffung von Notvorräten aufgerufen. Hosono kündigte an, am 2. November eine Notfall-Aufforderung an alle Haushalte, die Zentralministerien und die Präfekturen zu richten, um die Japaner zur Vorsorge zu mahnen, wie Tichys Einblick berichtete.
Vorgaben für Haushalte in Japan und Großbritannien
Die britischen Empfehlungen sehen vor, dass sich Haushalte auf mindestens 72 Stunden ohne funktionierende Versorgung vorbereiten können. Als Richtwert für Trinkwasser zum Trinken und Kochen gelten pro Person und Tag etwa drei Liter. Zu den empfohlenen Vorräten zählen haltbare Lebensmittel wie vorgekochter Reis in Beuteln, Instant-Nudeln, Konserven, getrocknete Gerichte, Camping-Toiletten, Taschenlampen, Powerbanks, Erste-Hilfe-Material, Medikamente, Bargeld in kleinen Scheinen und Dokumentenkopien.

Zuvor hatte das britische Verteidigungsministerium die Kampagne „Be Ready“ vorgestellt und Haushalte aufgefordert, sich für mindestens 72 Stunden vorzubereiten. Dazu gehört das Einbunkern von etwa neun Liter Wasser pro Person, haltbaren Lebensmitteln, einem batteriebetriebenen oder Kurbel-Radio, Bargeld, Taschenlampen und grundlegenden Hygieneartikeln. Premierminister Andy Burnham und Verteidigungsminister Wes Streeting verwiesen zur Begründung auf extreme Wetterereignisse, Cyberangriffe, feindliche Staaten und mögliche Störungen kritischer Infrastruktur.”
Hintergrund und internationale Entwicklung
In Großbritannien warnte Streeting, dass mögliche Gegner bis 2030 militärisch in der Lage sein könnten, einen Angriff zu starten, und betonte, dass Großbritannien sich gemeinsam mit Nato-Verbundenen auf einen Krieg vorbereiten müsse. Neben Großbritannien und Japan haben nach Angaben aus den Quellen auch Regierungen weiterer Nationen in den vergangenen Monaten zum Anlegen von Notvorräten geraten, darunter Belgien, Irland, Frankreich, Deutschland, die Niederlande, Polen, Schweden, Norwegen, Finnland, Dänemark, Estland, Litauen, Lettland, die Schweiz und Taiwan. Auch die Europäische Kommission riet EU-Bürgern im vergangenen Jahr zu einem Notfallpaket für 72 Stunden.

In Japan soll eine neue Behörde als zentrale Kommandozentrale unter dem Kabinett fungieren und mit 350 Mitarbeitern von der Vorsorge über die Krisenbewältigung bis zu Wiederaufbau-Planungen tätig werden. Hosono bezeichnete die Bewältigung von Folgen möglicher Großbeben sowie eines Fuji-Ausbruchs als zentrale Aufgabe der neuen Institution.